Meine Geschichte

Fünf Schwangerschaften. Drei Kinder, die zur Welt kamen.

Zahlen wirken oft wie trockene Statistik — aber manchmal liegt der Schmerz gerade in den Details. Ich lasse jedem Raum, diese Zahlen so tief zu fühlen, wie es möglich ist.

Anna Maslennikov holding a ceramic 5=3 plaque in front of her face

Ich heiße Anna Maslennikov. Ich bin multidisziplinäre Künstlerin, und das sind meine Zahlen: Ich war fünfmal schwanger, um unsere drei Kinder zu bekommen. Mit Kreativität und Zahlen habe ich Frieden mit dieser Rechnung geschlossen — 5 = 3.

Einmal hatte ich in der siebten Woche eine verhaltene Fehlgeburt. Das zweite Mal verlor ich in der sechzehnten Woche ein Kind — laut Untersuchung war es gesund. Nach Ansicht der Ärzte hier in Israel zählte das Leben der Mutter mehr — und jedes Mal wurde ich dadurch „gerettet“, dass diese erfolglosen Schwangerschaften nach erfolgreichen kamen. Die Sorge um meine lebenden Kinder lenkte mich ab, und mein Mann hatte nie Angst, offen über das zu sprechen, was wir verloren hatten.

Aber ich habe immer gespürt, wie tabuisiert dieses Thema ist — wie Menschen sich versteifen und verstummen, aus Angst, dich zu verletzen, aus Angst vor ihren eigenen Gefühlen. Man spricht darüber nicht, denn in dem Moment, in dem du es tust, wirst du in den Augen anderer zum Opfer.

Manchmal versagt der Körper einfach. Manchmal trifft er eine schwere Entscheidung für uns, weil etwas darin nicht stimmte. Das macht dich nicht kaputt. Es ist ein Verlust und eine Tragödie — aber viele von uns bleiben unfreiwillig darin stecken und ertrinken still darin.

Wenn alle Frauen, die eine Schwangerschaft in irgendeiner Phase verloren haben, die wahren Zahlen kennen würden — wenn sie wüssten, wie viele Menschen um sie herum genau dasselbe durchgemacht haben —, bin ich sicher, es wäre so viel leichter zu tragen. Diese Welt hat uns nicht mit dem Etikett „untauglich“ ins Leere geworfen. Wenn wir mutiger über unsere Verluste sprechen könnten, könnten wir einander helfen, uns weniger allein zu fühlen.

Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, und ich will sie nicht leugnen. Also habe ich sie stattdessen in Ton verwandelt. Ton zerbricht — aber man kann ihn auch brennen, glasieren und haltbar machen. Das schien mir das richtige Material für Trauer zu sein: etwas, das den Riss bewahrt — und trotzdem überdauert.

Ich hoffe von Herzen, dass du nie ein Kind verloren hast. Aber wenn doch — dann umarme ich dich fest. Mögen die Menschen, die dich lieben, die Kraft haben, es dir zu zeigen, und mögest du die Kraft haben, ihre Fürsorge anzunehmen.

Besonderer Dank an meinen Mann, der das allererste Stück dieses Projekts nach Paris gebracht hat.