Manchmal fragen mich Menschen, was eine Fehlgeburt eigentlich hinterlässt, wenn der unmittelbare Moment vorüber ist. Das ist eine faire Frage, und eine unbequeme, denn die ehrliche Antwort lautet: mehr, als die meisten erwarten, und länger, als die meisten erwarten.
Psychisch kann das wie Schock und Leere aussehen. Schuldgefühle, Scham, eine endlose Schleife von „Was wäre, wenn“. Angst davor, wieder schwanger zu werden. Eine seltsame, stille Distanz zum Partner, zu Freunden, zum Rest der Welt, die ganz normal um einen herum weiterläuft.
Sozial sieht es anders aus, ist aber genauso real: Schweigen und Tabu schon dabei, das Wort überhaupt laut auszusprechen. Druck – ausgesprochen oder nicht –, schnell „weiterzumachen“, als hätte Trauer einen Zeitplan. Einsamkeit, weil es sich anfühlen kann, als würde niemand in der Umgebung wirklich verstehen. Selbst Ärztinnen und Ärzte, die das häufiger sehen als fast alle anderen, wissen oft nicht, was sie sagen sollen.
Schock und Leere. Schuldgefühle, Scham, endlose „Was wäre, wenn“. Angst und Depression. Schweigen und Tabu. Der Druck, schnell „weiterzumachen“. Einsamkeit, weil „niemand es wirklich versteht“. Du bist nicht allein.
Ich habe diese Liste ganz schlicht aufgeschrieben, weil ich glaube, dass ein Gefühl zu benennen der erste Schritt ist, sich nicht dafür zu schämen. Keine dieser Reaktionen bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt. Sie bedeuten, dass etwas geschehen ist und dass es in dir noch immer geschieht, still, in seinem eigenen Tempo.
Das ist, glaube ich, mit ein Grund, warum die Plaketten überhaupt existieren – nicht um Trauer zu erklären, sondern ihr einen anderen Ort zum Landen zu geben als die eigene Brust. Eine Wand verlangt nicht, dass man vorgibt, in Ordnung zu sein. Sie zuckt nicht zurück, und sie wechselt nicht das Thema. Ich bin überzeugt, dass was nach so einem Verlust wirklich hilft, kein Skript ist, das einem jemand in die Hand drücken kann – es ist schlicht jemand, der bereit ist, im Raum zu bleiben, während man das Wahre laut ausspricht. Das gilt, egal ob der Raum eine Küche ist, eine Arztpraxis oder ein Stück Wand, das ein Fremder gebaut hat.
Ganz herzlichen Dank an eine Freundin für die Ermutigung, das in Worte zu fassen. Wenn irgendein Teil dieser Liste zu etwas passt, das du gerade mit dir trägst – du trägst es nicht allein.
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