Im ersten Jahr dieses Projekts war jede Tafel handgeschnittene und handglasierte Keramik — solide, an den Kanten etwas rau, jede leicht anders als die letzte, weil ich sie selbst formte und brannte, eine nach der anderen.
Madrid, im Juni 2025, ist der Ort, an dem sich das änderte. Ich brachte eine neue Version des Stücks in die Stadt — dieselbe Formel, dasselbe „5=3“, aber in Porzellan gegossen statt von Hand aus Ton geformt. Porzellan braucht eine Gussform, was mehr Einheitlichkeit und eine feinere, weißere Oberfläche bedeutet als bei den früheren Keramikstücken, es bedeutete aber auch, auf etwas von der handgemachten Unregelmäßigkeit zu verzichten, die das Projekt bis dahin geprägt hatte.
Seit einem ganzen Jahr sagt meine Straßenkunst nun schon: „Du bist nicht allein! Du bist stark! Und das wird vorübergehen.“ Diese Woche in Madrid — eine neue Version des Stücks — neuer Stil und neue Farbe. Gegossenes Porzellan.
Es war keine kleine Entscheidung. Das Material zu wechseln bedeutete, einen ganzen Prozess neu zu lernen — neue Gussformen, neue Brenntemperaturen, neue Arten, wie ein Stück scheitern konnte, bevor es gelang. Aber nach einem Jahr wollte ich, dass das Projekt über das hinauswachsen kann, was ich vollständig von Hand formen konnte, eine Tafel nach der anderen, und das Porzellangießen öffnete diese Tür.
Ich betrachte diese Materialwechsel nicht wirklich als Verbesserungen — Porzellan ist nicht besser als die Keramik, mit der ich begonnen habe, nur anders, mit eigenen Grenzen und einer eigenen Art von Schönheit. Eine zerbrochene Platte, die stattdessen zu fünf kleinen Tafeln wurde, hat mich dasselbe aus einem anderen Blickwinkel gelehrt: Das Material widersetzt sich immer wieder, und das Projekt passt sich immer wieder an das an, was es zulässt und was nicht. Das ist wahrscheinlich der eigentliche rote Faden, mehr als irgendein einzelnes Material — eine Formel, die genau gleich bleibt, verpackt in das, was der Ton, das Porzellan oder der Brennofen in dieser Woche gerade zulassen.
Madrids Tafel war die erste, die dieses neue Material in die Welt hinaustrug. Sie sollte nicht die letzte sein — die Schwangerschaftstest-Poster und die später entstandenen Sticker-Bögen wuchsen beide aus demselben Instinkt: die Formel genau gleich lassen und mit allem anderen weiter experimentieren.
Deine Zahlen zählen auch
Schreib dein eigenes X = Y auf, aus Solidarität, lade die kostenlosen Sticker herunter oder bitte uns, eine Plakette in deine Stadt zu schicken.
Teile deine Zahlen